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Die Beschäftigung mit der gesellschaftlichen Verantwortung von Unternehmen scheint aus drei Gründen gerechtfertigt:

  1. Es ist unklar, was sich hinter dem Begriff der gesellschaftlichen Verantwortung von Unternehmen verbirgt und wie die Verantwortung bestimmt bzw. deren Ergebnis gemessen werden kann.
  2. Veränderte Rahmenbedingungen lassen neue Managementkonzepte notwendig werden.
  3. Die Frage, ob und in welcher Form sich Betriebswirtschaftslehre mit Unternehmensethik stärker auseinander setzen sollte, ist nicht neu, jedoch nach wie vor unbeantwortet.

Wenn über Corporate Social Responsibility (CSR) gesprochen wird, werden die folgenden drei Bereiche häufig getrennt voneinander genannt:

   
 
Effiziente Nutzung knapper Ressourcen zur Erstellung präferenzgerechter Produkte und Dienstleistungen in Verbindung mit der Erzielung von Gewinnen und der langfristigen Unternehmenssicherung.
     
Die Erstellung von Produkten und Dienstleistungen durch die effiziente Nutzung knapper Ressourcen bedeutet die Berücksichtigung bzw. den Erhalt des langfristig ökologischen Gleichgewichts der natürlichen Ressourcen.
     
Die Erstellung von präferenzgerechten Produkten und Dienstleistungen kann langfristig nur unter Berücksichtigung der Erwartungen der Gesellschaft in Bezug auf Wahrung der Menschenrechte, faire Arbeitsbedingungen, standortspezifische Beiträge und transparentes Wettbewerbsverhalten erfolgen.

 
 


Es besteht Uneinigkeit darüber, ob Unternehmen heutzutage allen drei Verantwortungsbereichen gerecht werden und wie weit die Verantwortung in den einzelnen Bereichen gehen soll.
Nicht erst in heutiger Zeit wird die ökonomische Theorie kritisch hinterfragt. So weist z.B. Arrow (1974, S.21) darauf hin, dass das Preissystem als Mechanismus zur Koordination wirtschaftlicher Entscheidungen insbesondere bei asymmetrischer Informationsverteilung zu „profound difficulties“ führen kann. Sen (1987) behauptet, dass die Trennung von Ethik und Ökonomie zu massiven Problemen und Verkürzungen innerhalb der Ökonomie, aber auch in der Entwicklung der ethischen Theorie geführt hat. Bei diesen beiden Kritikern handelt es sich immerhin um Nobelpreisträger der Wirtschaftswissenschaften von 1972 bzw. 1998.

Es gibt jedoch auch Stimmen, die darauf hinweisen, dass die Betriebswirtschaftslehre auf soliden ethischen Fundamenten beruht (vgl. Albach 2005). Unethisches Verhalten wird zwar nicht ausgeschlossen, doch obliegt es den einzelnen Staaten, entsprechende ordnungspolitische Rahmenbedingungen zu schaffen, um dieses Verhalten einzudämmen oder zu korrigieren (vgl. Albach 2005). Dieser Ansicht wird mit dem Hinweis auf die schwindende Macht von Nationalstaaten im Zeitalter der Globalisierung und der Forderung nach mehr „global governance“ von Seiten multinationaler Unternehmen widersprochen. Offen gelassen wird dabei jedoch, wie nicht demokratisch gewählte Unternehmen mit einer ordnungspolitischen Funktion legitimiert und kontrolliert werden sollen und nach welchen konkreten Werten und Normen z.B. Verteilungsentscheidungen gefällt werden sollen.

Grundsätzlich ist CSR unumstritten, wenn sich sogenannte Win-Win-Situationen unmittelbar nachweisen lassen. Denn dann bedeutet gesellschaftlich verantwortungsvolles Handeln schlicht gutes Management. Problematisch sind Situationen, wo sich dieser Nachweis nicht führen lässt und das Verhalten von Unternehmen scheinbar sogar gegen Interessen einzelner Stakeholder (z.B. der Aktionäre) verstößt. Denn laut Milton Friedmann (1978) ist es auch unethisch, wenn Manager den Eigentümern die Entscheidung über die (wohltätige) Verwendung ihrer Dividende vorenthalten. Ein Fall, der wiederum bei Eigentümerunternehmen unproblematisch ist.

Das Institut für Management widmet sich seit vielen Jahren dem Zusammenhang von Unternehmensführung und -kontrolle, der sog. Corporate Governance. Aus unserer Sicht können Unternehmen langfristig nur erfolgreich sein, wenn sie gesellschaftlich verantwortlich handeln. Gesellschaftliche Verantwortung von Unternehmen heißt daher gutes Management, was wiederum nur durch eine gute Corporate Governance erreicht werden kann. CSR ist damit ein integrierter Bestandteil der Betriebswirtschaftslehre.

Letzte Änderung: 10.08.2006 11:51:32
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